Grüne verteidigen Kraftwerkspläne

Nicht die Gegner des Kraftwerkes bedienen sich einer „destruktiven Haltung“. Die Freilassinger Grünen verweigern wohl aus ideologischen Gründen jegliche Auseinandersetzung mit den Argumenten Andersdenkender. Selbst Aussagen von maßgeblichen Parteimitgliedern auf Bundesebene und Drucksachen mit ganz klar „grünem Ursprung“ werden ausgeblendet, da die Freilassinger Grünen somit ja ihren Irrweg korrigieren müssten.

Auf die immer wieder gebrachten und längst widerlegten leeren Worthülsen der Freilassinger Grünen, der CSU und SPD bezüglich CO2-Einsparung und angeblicher regionaler Wertschöpfung usw. möchte ich hier nicht mehr näher eingehen.

Ein kleiner Hinweis sei noch erlaubt an Frau Ilse Fegg, Vorstand im Bürgersonnenkraftwerk Freilassing. Würde man die 13 Millionen Euro in Fotovoltaik investieren, könnte man ohne fossile Brennstoffe oder auch Biomasse zu verbrennen, knapp fünfmal soviel Strom erzeugen wie mit dem angedachten Biomasseheiz(kraft)werk. Eines haben beide Stromerzeugungsarten gemeinsam – sie sind nicht grundlastfähig. Würde man dieselbe Summe in biogasbetriebene BHKW’s investieren, bekäme man fast neunmal soviel Strom geliefert.

Detailliert eingehen möchte ich nur auf die Äußerung von Herrn Wohlschlager zu angeblich bewussten „Fehlinformationen“ durch meine Person. Als Beispiel nannte er – Zitat Wohlschlager: „…die zur Sprache gebrachten Investitionskosten in Höhe von 20.000 Euro für den Anschluss eines Einfamilienhauses an die Wärmeversorgung.“

Wie alle bisher von mir gemachten Äußerungen beziehen sich die verwendeten Zahlen auf für jeden zugängliche und somit nachprüfbare Unterlagen von Ministerien und Verbänden sowie anerkannter Fachbücher und Fachzeitschriften. In diesem Fall aber basiert meine Aussage in erster Linie auf offiziellen Papieren der Stadt Freilassing und der KESS GmbH, gerechnet auf Basis des für diese Anlage korrekten Jahresnutzungsgrades [4.112 KB] .

Demnach fallen ausschliesslich für den Anschluss eines repräsentativen, zehn Jahre alten Freilassinger Hauses folgende Investitionskosten in Bruttobeträgen an:

 

Investitionskosten für Anschluss an Fernwärme

 

Investitionskosten für Anschluss an Fernwärme

1.  Baukostenzuschuss (BKZ):  4.760,00  Euro 
2.  Hausanschlusskosten (HAK) allgemein**:  3.867,50  Euro 
3.  Hausanschlusskosten nach Aufwand**:  2.570,40  Euro 
  Zwischensumme:  11.197,90  Euro 

 

Im Tarifrechner „Biowärme Freilassing“ wird unter „**“ extra darauf hingewiesen, dass „…die Wiederherstellung befestigter Flächen und sonstige Erschwernisse werden nach Fertigstellung und Aufmass gemäß dem dann gültigen Tarif in Rechnung gestellt. Obige Angaben sind daher unverbindliche Schätzungen.“

Zudem muss der gesamte Rückbau des Heizraumes eingerechnet werden, da nur so ein Hauptargument für Fernwärme, nämlich „zusätzlich gewonnener Raum“, überhaupt erst zum Tragen kommt:

 

  Zwischensumme:  11.197,90  Euro 
4.  Wiederherstellung befestigter Flächen, geschätzt  1.000,00  Euro 
5.  Reinigung und Entsorgung Öltank  1.500,00  Euro 
6.  Rückbau vorhandener Heizraum in nutzbaren Raum und sekundärseitiger Anschluss der Fernwärmeübergabestation an das Haussystem mit Neuisolierung Rohrleitungen nach EnEV

Haus+Energie Ausgabe 11/12.2009 - Seite 15 - Kostenschätzung Lichtblick AG für den Ausbau der Altanlage [1.990 KB]  
6.000,00  Euro 
7.  Entsorgung Altkessel und Altboiler  500,00  Euro 
  Summe:  20.197,90  Euro 

 

Die Frage der Glaubwürdigkeit stellt sich somit ganz sicher nicht auf der Seite eines BKM Wolfgang Wagner. Die Frage ist vielmehr wie glaubwürdig der grüne Stadtrat Ernst Wohlschlager, der beruflich Erster Kriminalhauptkommissar ist, und mit ihm alle Freilassinger Grünen nach dem Fall der 60-%-Vorvertrags-Deadline am 14.12.2009 und nunmehr diesem laschen Umgang mit Zahlen in der Öffentlichkeit noch sein kann.

Wie Wolfgang Fieweger ja anmerkt habe die FWG-Fraktion ja Zugang zu sämtlichen Quellen im Stadtrat gehabt. Es ist zu unterstellen, dass auch die Grünen-Fraktion über diesen Zugang verfügte.
Der Freilassinger Bürger kann anhand dieses Vorgehens ein weiteres Mal unmittelbar erkennen, dass es den Grünen nicht einmal ansatzweise um ökologisches Heizen geht. Den Grünen ist jedes Mittel recht, dieses überflüssige Biomasseheiz(kraft)werk zu bauen.